Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.

Römer 8,18

joomplu:844Dieser Zeit Leiden
Das Leid der Welt. Das Leiden der Menschen in dieser Welt. Das Leiden der Menschen in dieser Welt in dieser Zeit. Das Leiden der Menschen in dieser Welt in dieser Zeit an so vielen Orten. Das Leiden der Menschen in dieser Welt in dieser Zeit an so vielen Orten, aus so unterschiedlich vielen Gründen. Dieser Zeit Leiden mitten unter uns. Auch mitten unter uns.

nicht ins Gewicht fallen
Nicht ins Gewicht fallen soll es, dieser Zeit Leiden. Wir haben eine leichte Zeit. Leichtsinn ist kein Schimpfwort mehr für flache Charakterbildung. Leichten Sinnes soll sie sein, die Zeit, leichtgängig das Leben. Schließlich lebt man nur einmal. Nicht ins Gewicht fallen sollen sie, dieser Zeit Ansprüche. Dieser Zeit Belastungen. Dieser Zeit Schatten. Dieser Zeit Begrenzungen. Nichts auf die Leichtigkeit des Seins fallen.

Dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen
Sie mögen zwar antiquert klingen, die Worte des Apostels treffen mich doch mitten ins Herz. Es sind nicht meine Worte, aber es ist mein Inhalt. Ich möchte nicht, dass all die kleinen und großen Leide dieser Welt und dieser Zeit mein Leben beschweren. Ich möchte ihnen kein Gewicht geben für mein Leben. Und ich glaube, dass mich diese Strebung mit vielen Zeitgenossinnen und -genossen verbindet. Ich jedenfalls kenne keine Person, die dieser Zeit Leiden auf ihren Schultern tragen möchte.

an uns offenbart
Und dennoch geht dieser Zeit Leiden nicht spurlos an uns vorüber. Leid zeichnet unsere Gesichter, unsere Haltung, unsere Biografien. Auch Leid prägt uns, formt unser Leben, gibt unserem Denken Tiefe und unserem Leben Gewicht! Dieser Zeit Leiden offenbart sich uns, ob wir wollen oder nicht. Wir können die Augen vor ihm verschließen, übersehen können wir dieser Zeit Leiden nicht. Wir können uns die Ohren zustopfen mit leichter Berieselung, den Klagen können wir uns nicht verschließen. Kein Mensch kann sich dieser Zeit Leiden selbst entziehen. Leid verbindet uns Menschen mehr als manches Glück. Leid geschieht. Menschen leiden unter Menschen. Dieser Zeit Leiden lässt sich nicht begrenzen auf Begriffe. Schlimmste Verfolgungssituationen gehören ebenso dazu wie Krankheit und Scheitern. Unglückselig, wer dieser Zeit Leiden gegeneinander abwägen wöllte.

Herrlichkeit
Man könnte dem Apostel nun Weltflucht vorwerfen – und zu oft wurde ihm auch vorgehalten, dass Religion nur Opium fürs Volk sei. Der Blick in eine jenseitige Welt, in der all das, was dieser Zeit Leiden ausmacht, nicht mehr vorhanden ist. Hätte Paulus dies so gemeint, in der Tat wäre dies nur ein billiger Trost.

Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll
Jedoch Paulus geht es nicht um eine Vertröstung auf eine zukünftige jenseitige Zeit, in der alles besser würde. Im Gegenteil, der Apostel beschreibt, dass bereits etwas geschehen ist, das dieser Zeit Leiden begrenzt, endlich werden lässt, ihm die Allmacht raubt! Diese Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll, ist real, ist geschehen, ist Gegenwart. Ist in Christus Jesus mitten unter uns! So muss Paulus auch gar nicht suchen, er glaubt auch nicht, er hofft nicht oder vermutet nicht. Nein! Er ist überzeugt: Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Überzeugt von der Gegenwart der Herrlichkeit Gottes, die an uns allen offenbar werden wird!

Das unsere Alltage und unsere vielfältigen Leben, von dieser Überzeugung geprägt werden, dass die schon geschehene Erlösung sich ausbreiten und dass die schon erlebbare Herrlichkeit sich weithin offenbaren wird, das schenke uns unser Herr der Herrlichkeit, unser Christus, unser Heiland und Gott.

Euer Volker Schmidt