20 Jahre Bildungszentrum Elstal

Rund 500 Gäste waren zum Tag der offenen Tür anlässlich des Jubiläums „20 Jahre Bildungszentrum Elstal“ gekommen und nutzten das schöne Wetter, um das weitläufige Gelände westlich von Berlin kennenzulernen und die vielfältigen Attraktionen für Groß und Klein zu nutzen oder um gute Bekannte zu treffen, alte Erinnerungen aufzufrischen und die schöne Atmosphäre zu genießen. Kinder versuchten mit dem Wasserschlauch der Freiwilligen Feuerwehr Elstal, einen Turm aus leeren Konservendosen umzuspritzen, sportliche Menschen wagten sich auf eine sechs Meter hohe Kletterwand. Jeweils 20 Interessierte besuchten die Mini-Vorlesungen zu Themen wie „Was ist von Luthers Reformation noch heute wichtig für uns?“ und „Ethische Entscheidungen am Lebensende“. Und 70 Menschen ergriffen die Gelegenheit, ein kostenloses Porträtfoto im Rahmen der Fotoaktion „Gottes geliebte Menschen“ von sich anfertigen zu lassen.

„Heute ist ein Tag der Freude darüber, was entstanden ist!“, sagt BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba während des Festgottesdienstes mit Blick auf Fotos des Geländes, das vor 20 Jahren stark verwildert und heruntergekommen war.

Pastor Dr. Wolfgang Lorenz, ehemaliger Präsident des BEFG, berichtete über die Anfänge des Bildungszentrums, das heute auch Begegnungsstätte und Sitz der Bundesgeschäftsstelle der Freikirche ist. „Aus der Enge in die Weite“ sei in den 80er-Jahren das Motto bei der Suche nach einem neuen Standort für das „baufällige und sanierungsbedürftige“ Theologische Seminar in Hamburg gewesen. Fünf Jahre lang habe eine Kommission nach einem neuen Grundstück im Hamburger Raum gesucht – ohne Erfolg. „Dann kam das Wunder Gottes der Wiedervereinigung. Uns war klar: Ein neues Zentrum kann nur in den neuen Bundesländern entstehen“, so Lorenz. Es habe viel Überzeugungsarbeit gebraucht, doch 1994 habe der Bundesrat, das Kirchenparlament des BEFG, in Rostock grünes Licht für Elstal gegeben. Lorenz zeigte auf, dass die Bau- und Sanierungsarbeiten nach dem Ende des Kalten Krieges auch aus internationaler Perspektive bedeutsam waren. So hätten Baptisten aus Moldawien, der Ukraine und Weißrussland beim Bau geholfen: „Die ‚Osteuropahilfe‘ konnte durch den Einsatz dieser Arbeitsgruppen auch über 100 Gemeinden in diesen Ländern finanziell entscheidend unterstützen. Das war ein eindrückliches Zeichen, wie Gemeindebünde in Ost und West zusammenwachsen konnten.“

Lucie Meißner, Studentin an der Theologischen Hochschule, zeigte sich beeindruckt von den Entwicklungen: „Wenn man sich die Bilder anschaut, wie es hier vor 20 Jahren aussah, ist es faszinierend, den Campus heute zu erleben. Wir als Studierende genießen das Miteinander auf dem Campus sehr.“ Pastor Dr. Stefan Stiegler, damals Dozent am Theologischen Seminar und später dessen Rektor, äußerte große Freude darüber, dass es 2015 nach zehn Jahren intensiver Arbeit gelungen sei, die unbefristete staatliche Anerkennung des Seminars zu erreichen, das mittlerweile in „Theologische Hochschule Elstal“ umbenannt wurde.

Holger Schreiber, Bürgermeister der Gemeinde Wustermark, würdigte die Strahlkraft des Bildungszentrums, von dem ein starkes gesellschaftliches Engagement ausgehe: „Es ist ein Glücksfall, dass der BEFG dieses Gelände entwickelt hat, das als Militärstandort früher den Menschen nicht diente. Es ist fantastisch, wie von diesem Ort, der mit einer negativen militärischen Intention entstanden ist, heute Positives in die Welt ausstrahlt.“

Eine 38-jährige gebürtige Elstalerin, die zum Tag der offenen Tür gekommen war, hatte das Bildungszentrum über ihre Tochter kennengelernt. Als diese vor 16 Jahren geboren wurde, wurde in den Räumen des Bildungszentrums eine Krabbelgruppe angeboten. Die besuchte sie, es gefiel ihr gut und so kam sie immer wieder auf das Gelände und nutzte auch andere Angebote. Eine Mieterin, der Seniorenwohnungen verfolgte die Neubebauung des Campus vor 20 Jahren sehr aufmerksam: „Wir sind damals spazieren gegangen, haben uns das hier angesehen und gedacht, das ist ja schön, da müssen wir später nicht irgendwo anders hin ins Altersheim, sondern können gleich hierbleiben, wenn es soweit ist.“ Seit acht Jahren wohnt die 88-Jährige nun auf dem Gelände und genießt den Blick auf die Natur direkt vor ihrem Fenster.

Pastor Prof. Dr. Michael Kißkalt, Rektor der Theologischen Hochschule Elstal, betonte in seiner Festpredigt: „Als Campusgemeinschaft, als Bildungszentrum stehen wir unter der Verheißung Jesu: Ihr seid das Licht der Welt! Wir wünschen uns nichts mehr, als dass die Liebe und die Gerechtigkeit Gottes zu den Menschen kommt. Dafür engagieren wir uns, zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen!“

Julia Grundmann und Dr. Michael Gruber (Quelle)